Website fuer Handwerker: Was Handwerksbetriebe wirklich brauchen

Die meisten Handwerksbetriebe in Deutschland haben entweder gar keine Website oder eine, die seit 2014 nicht mehr aktualisiert wurde. Das ist eine verpasste Chance, denn die Art, wie Kunden einen Handwerker suchen, hat sich komplett veraendert: Heute wird gegoogelt, bevor angerufen wird. Und wer in diesem Moment nicht sichtbar ist, verliert den Auftrag.

Dabei muss eine gute Website fuer Handwerker nicht kompliziert oder teuer sein. Sie muss nur die richtigen Dinge richtig machen.

Was Kunden suchen, wenn sie einen Handwerker googeln

Bevor wir ueber Design reden, reden wir ueber Suchintention. Wer „Elektriker Giessen“ oder „Dachdecker Friedberg Notfall“ eingibt, will nicht lesen, wie stolz ein Betrieb auf seine Arbeit ist. Er will drei Dinge sehen:

  1. Macht dieser Betrieb, was ich brauche?
  2. Ist er in meiner Naehe?
  3. Wie nehme ich Kontakt auf?

Alles andere ist zweitrangig. Eine gute Handwerker-Website beantwortet diese drei Fragen auf der Startseite, schnell und klar.

Was eine Handwerker-Website enthalten muss

Klare Leistungsubersicht

Was machen Sie genau? Nicht „Wir bieten alle Leistungen rund ums Dach“, sondern: Dachdeckung, Dachsanierung, Flachdach, Dachgauben, Solaranlagen auf Dach. Konkrete Leistungen, keine allgemeinen Versprechen. Kunden suchen oft nach spezifischen Leistungen, nicht nach allgemeinen Kategorien.

Einzugsgebiet klar kommunizieren

„Wir arbeiten im Raum Giessen und Umgebung“ ist schwach. Besser: „Giessen, Linden, Wettenberg, Butzbach, Bad Nauheim, Friedberg und der gesamte Landkreis Giessen.“ Lokale Keywords im Text verbessern direkt das Ranking fuer ortsbezogene Suchen. Und Kunden wissen sofort, ob Sie kommen.

Kontaktmoeglichkeiten auf jeder Seite

Telefonnummer oben auf jeder Seite, klickbar fuer Smartphone-Nutzer. Kontaktformular fuer Anfragen ausserhalb der Geschaeftszeiten. WhatsApp-Button fuer Kunden, die nicht anrufen wollen. Wer Kunden zwingt, lange zu suchen, bis sie eine Telefonnummer finden, verliert sie.

Fotos der eigenen Arbeit

Das Wichtigste nach der Kontaktmoeglichkeit: echte Fotos von echten Projekten. Vorher-Nachher-Bilder. Baustellen-Dokumentation. Das Ergebnis nach Abschluss der Arbeit. Stockfotos erkennt fast jeder, und sie erzeugen kein Vertrauen. Eigene Fotos zeigen: Das kann dieser Betrieb. Das hat er schon gemacht.

Gute Fotos muessen nicht professionell produziert sein. Ein sauberes Foto mit dem Smartphone im Tageslicht reicht. Was zaehlt, ist Echtheit.

Kundenbewertungen einbauen

Stichprobenartige Zitate von Kunden erhoehen das Vertrauen erheblich. Noch besser: Direkte Einbindung des Google-Bewertungs-Widgets oder eine Verlinkung auf Ihre Google-Bewertungsseite. Menschen vertrauen anderen Menschen mehr als Unternehmen, die sich selbst loben.

Notfallkontakt separat hervorheben

Wenn Sie Notfallservice anbieten, muss das sofort sichtbar sein. „24h Notfallservice: 0170 / 123 45 67“ als eigene Sektion oder Button, der sich visuell vom Rest abhebt. Kunden im Notfall haben keine Geduld fuer lange Seitensuche.

Was Handwerker-Websites haeufig falsch machen

Zu viel Text, zu wenig Substanz

„Als familiaerer Handwerksbetrieb mit langer Tradition legen wir grossen Wert auf Qualitaet und Kundenzufriedenheit.“ Diesen Satz hat jede zweite Handwerker-Website. Er sagt nichts aus, er ueberzeigt niemanden, und er belegt wertvollen Platz. Weg damit. Stattdessen: konkrete Zahlen, Referenzen, Fakten.

Keine Mobile-Optimierung

Mehr als 60 Prozent der Suchanfragen nach lokalen Dienstleistern erfolgen vom Smartphone. Eine Website, die auf dem Desktop gut aussieht, auf dem Handy aber unlesbare Texte und kleine Buttons hat, verliert die Haelfte ihrer potenziellen Kunden. Mobile-First ist keine Option, es ist Pflicht.

Kein Google Business Profile

Wer lokal ranken will, muss ein vollstaendig ausgefuelltes Google Business Profile haben. Denn das Map-Pack, also die Kartenansicht mit drei lokalen Ergebnissen, erscheint oft oberhalb der organischen Suchergebnisse. Wer dort nicht auftaucht, ist fuer lokale Suchen faktisch unsichtbar. Google My Business einrichten: Schritt-fuer-Schritt-Anleitung

Keine Preistransparenz

Viele Handwerker scheuen Preisangaben auf der Website, weil jedes Projekt anders ist. Das ist verstaendlich, aber zumindest Richtwerte oder Stundensaetze helfen Kunden einzuschaetzen, ob ein Kontakt sinnvoll ist. Wer keine Anhaltspunkte gibt, bekommt mehr unqualifizierte Anfragen und weniger qualifizierte.

Was eine Handwerker-Website kostet

Fuer die meisten Handwerksbetriebe reicht eine Business-Website mit fuenf bis acht Seiten vollkommen aus: Startseite, Leistungen (eventuell aufgeteilt nach Bereichen), Referenzen/Projekte, Ueber uns, Kontakt. Das entspricht einem Budget von 2.500 bis 4.000 Euro einmalig bei einer regionalen Agentur.

Hinzu kommen laufende Kosten fuer Hosting (15 bis 30 Euro pro Monat) und gegebenenfalls Wartung (150 bis 300 Euro pro Jahr). Wer seine Website selbst pflegen kann, spart die Wartungskosten.

Eine Kosteneinordnung fuer verschiedene Szenarien: Webdesign Kosten: Was eine professionelle Website kostet

Wann es Zeit fuer eine neue Website ist

Drei klare Signale, dass Ihre aktuelle Website mehr schadet als nuetzt: Sie sehen auf dem Handy schlechter aus als auf dem Desktop. Die Telefonnummer ist nicht mit einem Klick anrufbar. Letzte Aktualisierung: vor mehr als drei Jahren.

Wenn eines dieser Zeichen zutrifft, verlieren Sie wahrscheinlich gerade Kunden an Wettbewerber, die online besser aufgestellt sind. Wann braucht mein Betrieb eine neue Website? 7 klare Signale

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