Wix, Squarespace, Jimdo, Webflow: Baukastensysteme sind billig, schnell und verlockend. WordPress klingt dagegen nach mehr Aufwand, mehr Kosten, mehr Technik. Aber welches System ist für Ihr Unternehmen tatsächlich besser?
Die ehrliche Antwort ist nicht „WordPress immer“, sondern hängt davon ab, was Sie mit Ihrer Website erreichen wollen.
Was Baukastensysteme können und was nicht
Baukastensysteme sind für einen bestimmten Anwendungsfall gebaut: jemanden ohne technische Kenntnisse in kurzer Zeit zu einer funktionierenden Website zu verhelfen. Das gelingt ihnen oft gut. Die Oberfläche ist intuitiv, Templates sind modern gestaltet, und man kann innerhalb weniger Stunden etwas Vorzeigbares zusammenklicken.
Das Problem liegt in dem, was kommt, wenn die Website wachsen oder professioneller werden soll:
- SEO-Kontrolle ist begrenzt. Viele Baukastensysteme erlauben zwar das Eingeben von Meta-Descriptions, aber tiefgreifende technische SEO-Optimierung (Schema.org, saubere URL-Struktur, Seitengeschwindigkeit, Canonical-Tags) ist eingeschränkt oder gar nicht möglich.
- Die Ladegeschwindigkeit leidet. Baukastensysteme laden viel generischen Code, unabhängig davon, was die Seite braucht. Das schlägt sich auf die Core Web Vitals nieder, die Google als Rankingfaktor benutzt.
- Wechsel ist kostspielig. Alle Inhalte, die in einem Baukasten erstellt wurden, lassen sich in der Regel nicht sauber exportieren. Wenn man nach 2 Jahren wechseln will, fängt man fast von vorne an.
- Monatliche Kosten steigen mit den Anforderungen. Ein Wix-Basisplan für Unternehmen kostet um die 20 bis 35 Euro pro Monat, über 5 Jahre also 1.200 bis 2.100 Euro, ohne wirkliches Eigentum an der Seite zu erwerben.
Was für Baukastensysteme spricht
Es wäre unfair, nur Nachteile aufzulisten. Für bestimmte Situationen sind Baukastensysteme die richtige Wahl:
- Sie brauchen innerhalb von 48 Stunden eine einfache Präsenzseite ohne SEO-Ambitionen
- Das Budget ist sehr knapp und eine professionelle Lösung kommt erst in einem Jahr in Frage
- Die Website soll wirklich einfach sein: Name, Beschreibung, Kontaktformular, fertig
Für alles, was darüber hinausgeht, stößt man mit einem Baukasten früher oder später an Grenzen.
Was WordPress bietet
WordPress ist das meistgenutzte Content-Management-System der Welt. Über 40 Prozent aller Websites laufen auf WordPress, von kleinen Handwerksbetrieben bis zu Großkonzernen. Das hat Gründe:
- Vollständige Kontrolle über den Code. Jeder Aspekt der Website lässt sich anpassen: Design, Struktur, Ladegeschwindigkeit, Sicherheit.
- Starkes SEO-Ökosystem. Plugins wie Rank Math oder Yoast geben volle Kontrolle über technisches SEO. Schema.org, Sitemaps, Canonical-Tags, Redirect-Management, alles mit wenigen Klicks einstellbar.
- Eigentum an der Seite. Alle Inhalte, Bilder und der Code gehören Ihnen. Sie können Hosting wechseln, Agenturen wechseln oder die Seite selbst weiterentwickeln.
- Skalierbarkeit. Von einer einfachen 5-Seiten-Präsenz bis zu einem Online-Shop mit tausend Produkten kann WordPress alles abbilden, ohne Systemwechsel.
Der häufigste Missverständnis: „WordPress ist zu kompliziert“
Dieses Argument trifft auf das WordPress von vor 10 Jahren zu. Das moderne WordPress (seit Version 5 mit dem Gutenberg-Editor) ist für die meisten Inhaltstypen intuitiv bedienbar. Texte bearbeiten, Bilder tauschen, neue Seiten anlegen: das kann nach einer kurzen Einweisung fast jeder.
Was komplex ist, ist der initiale Aufbau der Website: Theme-Entwicklung, Plugin-Auswahl, SEO-Einrichtung, Sicherheits-Konfiguration. Genau da hilft eine Agentur.
Was empfehlen wir?
Für Unternehmen, die eine Website als echtes Marketinginstrument nutzen wollen, mit dem Ziel, bei Google gefunden zu werden und Anfragen zu generieren, empfehlen wir WordPress. Die einmalige Investition ist höher als bei einem Baukasten, aber Sie erhalten ein System, das Sie selbst kontrollieren, das wächst und das langfristig keine steigenden Monatsgebühren verursacht.
Wenn Sie nur eine schnelle Visitenkarte im Netz brauchen und keine SEO-Ambitionen haben, kann ein Baukasten kurzfristig pragmatisch sein.
Mehr dazu auf unserer Website-Leistungsseite oder in unserem Artikel Was kostet eine professionelle Website.